Aktive und passive Investmentfonds unterscheiden sich in ihrer Anlagestrategie, den Kosten und der Rolle des Fondsmanagements. Hier sind die wichtigsten Unterschiede im Detail:
1. Anlagestrategie
– Aktive Fonds:
Bei einem aktiven Investmentfonds trifft das Fondsmanagement bewusste Anlageentscheidungen, um den Markt zu übertreffen (Outperformance).
Das Fondsmanagement wählt gezielt Aktien, Anleihen oder andere Finanzinstrumente aus, die es für besonders erfolgversprechend hält.
Diese Auswahl basiert auf umfangreichen Analysen (fundamentale und technische Analysen) und Marktprognosen.
– Passive Fonds (z. B. ETFs):
Ein passiver Investmentfonds, wie ein Exchange Traded Fund (ETF), verfolgt das Ziel, einen bestimmten Index, wie den DAX oder den MSCI World, möglichst genau nachzubilden.
Es gibt im Normalfall keine aktiven Anlageentscheidungen; der Fonds investiert in dieselben Werte und in der gleichen Gewichtung wie der zugrunde liegende Index.
Das Ziel ist nicht, den Markt zu schlagen, sondern seine Wertentwicklung zu spiegeln.
2. Kosten
-Aktive Fonds:
Die Gebühren für aktive Fonds sind in der Regel höher, da das Fondsmanagement laufend Entscheidungen trifft und intensive Analysen betreibt.
Typische Kosten sind die Managementgebühr und oft auch Performancegebühren**, die bei einer Überrendite erhoben werden.
Die Gesamtkostenquote (TER) liegt oft zwischen 1% und 2% pro Jahr.
-Passive Fonds:
Passive Fonds haben deutlich niedrigere Kosten, da kein aktives Management erforderlich ist.
Die Gesamtkostenquote für ETFs liegt häufig unter 0,5% pro Jahr, manchmal sogar unter 0,2%.
Geringere Handelsaktivitäten im Fonds führen auch zu weniger Transaktionskosten.
3. Performance-Ziel
– Aktive Fonds:
Das Ziel ist es, den Vergleichsindex oder den Markt insgesamt zu schlagen (Outperformance).
Dies ist jedoch schwer zu erreichen, insbesondere langfristig, und viele aktive Fonds schaffen es nicht, den Markt konstant zu übertreffen.
Unsere Aufgabe ist es diese Fonds für sie zu finden und ihnen zugänglich zu machen. Das ist unser Qualitätsversprechen.
-Passive Fonds:
Passive Fonds streben lediglich danach, die Performance eines Indexes möglichst genau abzubilden, und nicht den Markt zu schlagen.
Da keine aktiven Entscheidungen getroffen werden, schneidet der Fonds meist genauso ab wie der zugrunde liegende Index, minus der geringen Kosten.
4. Risiko
– Aktive Fonds:
Durch die aktiven Entscheidungen des Fondsmanagers besteht das Risiko, dass falsche Einschätzungen getroffen werden, was zu einer Underperformance führen kann.
Ein erfahrener Fondsmanager kann jedoch in bestimmten Marktphasen auch das Risiko besser steuern.
– Passive Fonds:
Das Risiko eines passiven Fonds entspricht weitgehend dem Risiko des abgebildeten Marktes oder Indexes.
Da keine aktiven Entscheidungen getroffen werden, gibt es keine Möglichkeit, gezielt auf Marktveränderungen zu reagieren, was in fallenden Märkten zu größeren Verlusten führen kann.
5. Flexibilität und Transparenz
– Aktive Fonds:
Diese Fonds bieten mehr Flexibilität, da das Fondsmanagement auf Marktveränderungen reagieren und die Anlageentscheidungen anpassen kann.
Die Zusammensetzung des Portfolios ist in der Regel nicht täglich transparent, sondern wird meist quartalsweise veröffentlicht.
– Passive Fonds:
Passive Fonds bieten eine hohe Transparenz, da ihre Zusammensetzung klar an einem Index orientiert ist und sich in der Regel nur bei Indexänderungen ändert.
Anleger wissen jederzeit, in welche Werte investiert wird.
6. Verfügbarkeit
– Aktive Fonds**:
Aktive Fonds sind in der Regel nur über Fondsplattformen (FFB) oder Banken (comdirect, Baader Bank) verfügbar. Man kann sie jederzeit kaufen oder verkaufen.
-Passive Fonds (ETFs)**:
ETFs sind börsengehandelte Produkte und können jederzeit während der Börsenöffnungszeiten zu den aktuellen Marktpreisen gehandelt werden, ähnlich wie Aktien.
Fazit:
Aktive Fonds bieten die Möglichkeit, durch das aktive Management eine Überrendite zu erzielen, sind aber etwas teurer. Passive Fonds, insbesondere ETFs, sind kostengünstiger und einfacher strukturiert, bieten jedoch keine Chance auf eine Outperformance, sondern spiegeln die Marktentwicklung wider. Welcher Fonds für einen Anleger am besten geeignet ist, hängt von der individuellen Risikobereitschaft, den Anlagezielen und den Erwartungen an die Marktentwicklung ab.




